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Giebelfront

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Blickrichtung Westen






Denkmalschutz















Das Rainhaus ist ein renovierter, repräsentativer Renaissancebau eines Spitals, 1586 nach Plänen von Hans Furttenbach errichtet. Heute würde man es Rein-Haus schreiben, weil wirklich die Idee des Nachweis der Freiheit von ansteckenden Krankheiten dahinterstand. Quarantäne, Seuchen-Prophylaxe in einem damals komfortablen Haus, das aber weit genug von der Stadt entfernt lag. Bei heutigen Kliniken spricht man von Isolier-Stationen, bei denen es entweder auf den Schutz einer kranken Person vor weiteren Keimen oder auf den Schutz der Allgemeinheit vor einer gefährlichen Infektionskrankheit ankam.


Zu den bekannteren Beispielen zählen die Berliner Charité, 1710 als Pesthaus gegründet, und das Pariser Hôpital Saint-Louis, welches von seiner Eröffnung 1612 an bis 1772 als Pestkrankenhaus diente.

Als erstes Pesthaus auf deutschem Boden gilt das Sebastian-Spital in Nürnberg, eine Stiftung des Bürgermeisters Conrad Toppler im Jahr 1480. In Italien auf der Insel Santa Maria di Nazaretto in der Lagune von Venedig ist das Lazaretto im Jahr 1403 zu nennen. Durch die Handelswege, die durch Lindau führten, ist es wahrscheinlich .....


Die Pest in Süddtl. 1349 – 1690 Bearbeiten

In der Zeit von 1349 bis 1690 wurde das nahe München angeblich 25 mal von der Pest heimgesucht.

  • Die Pest kam in Mitteleuropa aus dem Süden, meist aus den Hafenstädten Italiens. Von dort zog sie auf dem Seeweg rasch weiter an die Küsten Frankreichs und Spaniens, sehr viel langsamer den Handelswegen folgend über die Alpen nach Mitteleuropa. Basel und Wien wurden etwa zur gleichen Zeit erstmals von dem Übel befallen, im Mai oder Juni 1349.

Ob die Seuche tatsächlich noch im Jahr 1348 bayerisches Gebiet erreicht hat, ist fraglich. Von anderen süddeutschen Städten – Nürnberg, Würzburg oder auch Rothenburg ob der Tauber – weiß man, dass sie nicht betroffen waren. Im Sommer 1349 breitete sie sich in Südwestdeutschland aus und erreichte bald auch die Städte am Rhein. An der Nordseeküste tauchte sie schon etwas früher auf (mit Schiffsladungen?).



Rainhaus Repräsentativer Renaissancebau, 1586 nach Plänen von Hans Furttenbach, denkmalschutz-Förderung 2016 und 2017


AdresseBearbeiten

Rainhausgasse
88131 Lindau

Geschichte Bearbeiten

Der zweigeschossige Massivbau entstand 1586 für Epidemiezeiten. Gegen Bezahlung wurden Familien einquartiert, in denen ansteckende Krankheitsfälle aufgetreten waren, 40 Tage lang, bis sie als nicht mehr ansteckend, als "rein", galten.

Deshalb das weniger schöne Wort: Pesthaus


Symbol jahrhundertelanger Fürsorge

Das Rainhaus steht für das soziale Engagement und die Fürsorge für Kranke und Gesunde in Lindau, auch wenn sich diese Fürsorge in keiner Weise mit heutigen Maßstäben messen kann. Denn noch bis ins späte 18. Jahrhundert waren solche Spitäler eher Ausnahme als Regel.


1808 ließ eine Lindauer Firma im Rainhaus -inzwischen mehr ein Armenhaus- auf Antrag bei der Gemeinde Wolle verarbeiten, um durch den Zugewinn die Ernährung der "dortigen Individuen" verbessern zu können.


1820 kaufte die Stadt Lindau das Gebäude, um es als echtes Krankenhaus zu nutzen.


1872 - Ab der Privatisierung und Auflösung des Spitals wohnten meist Arme in dem Renaissancebau, denn wer es sich leisten konnte, wohnte auf der Insel und nicht vor der Insel Lindau.


Beschreibung Bearbeiten

Das Rainhaus ist deshalb ein wichtiges Denkmal, denn es zeigt die Baukultur der Patrizier - der städtischen Oberschicht im reichen Handelsort Lindau noch mit originalem Grundriss, der sich weitgehend bis heute erhalten hat. An den Giebelseiten besitzt das Gebäude gestufte Treppengiebel, an den Traufseiten mittige Zwerchhäuser, quer zum Hauptdach aufgesetzte Dachaufbauten.

Angebaut wurde bei der jüngsten Renovierung 2015-2018 ein behindertengerechter Fahrstuhl.

weblinksBearbeiten