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Auf dem Platz ist regelmäßig der große frische Wochenmarkt in Lindau

Für ein riesiges Angebot an Spezialitäten sorgen regionale Erzeuger auf der Insel


  • samstags (ganzjährig) und


  • mittwochs (von April bis Oktober) zwischen 7 und 13 Uhr






Der Lindauer Marktplatz und die angrenzenden Plätze und Flächen bilden zentrale innerstädtische Orte und ein wichtiges Ensemble der bayerischen Hafenstadt bzw. früheren Reichs- und Handelsstadt am Bodensee — dort auf der östlichen Inselhälfte. Er bildete mit den umliegenden Häusern den alten Ortskern. Noch heute ist dort regelmäßig Markt und unregelmäßig eine Vielzahl von Veranstaltungen.


Wichtige Teil des Gebäude- und Platzensembles sind

  • der Markt (Marktplatz) mit dem Haus zum Cavazzen, der Stephans- und Stiftskirche und dem Hotel Stift
  • der Kirchplatz zwischen den beiden Hauptkirchen
  • der Stiftsplatz und
  • die Schmiedgasse und der Platz vor der Maxkaserne
  • Platz an der Bäckergasse (Alte Post)
  • die Cramergasse (führt zur mittelalterlichen Stadterweiterung entlang der Maximilianstraße; in die Fußgängerzone/den Haupteil der Hauptstraße des 20. Jahrhunderts)

MarktplatzBearbeiten

Der Marktplatz ist ein weitgehend geschlossen wirkendes Viereck, das von den beiden Kirchen und dem Haus zum Cavazzen dominiert wird. In seiner Mitte steht der Neptunsbrunnen. Eine ganze Reihe alter Straßen und Gassen münden hier und verbinden mit den anschließenden Plätzen und der nahen Hauptstraße. Früher lag der Platz am Rand des Klosterbezirks (Ostseite der Insel).

Die Westseite Bearbeiten

Hier dominiert den Platz das Haus zum Cavazzen als barockes Bürgerpalais mit seiner großen Freitreppe ins Hochparterre .



Die Nordseite Bearbeiten

Bürger- und Handwerkerhäuser, dominant das Haus zum Baumgarten, von West nach Ost:

  • Haus zum Baumgarten, 9-Spänner mit zwei Dachgeschossen
  • Haus fidelisbäck
  • Haus Taback-Börse
  • Haus Henseler
  • Das Hospital setzt sich entlang der Schmiedgasse fort

Stephans- und Stiftskirche Bearbeiten

Auf der Ostseite des Platzes beherrschen zwei Kirchen den Platz: die eine, die Stephanskirche, war vor der Reformation Bürgerkirche und die andere den Nonnen/Stiftsdamen vorbehalten.

Stephanskirche

Die 1180 als Pfarrkirche errichtete Kirche ist nach Stephanus, dem gesteinigten ersten Märtyrer der christlichen Kirche, benannt. Es gibt romanische Gebäudeteile. Imposant ist die zum Markt ausgerichtete ungleiche Barockfassade. Sie wurde während der Reformation im Jahr 1528 die protestantische Hauptkirche der Stadt. Die ältesten Teile der Stephanskirche, der Turmsockel und die südliche Chorwand, stammen noch aus romanischer Zeit. Im späten Mittelalter (1500), noch vor der Reformation wurde das Gebäude um zwei Seitenschiffe erweitert, und es erhielt sein heutiges Aussehen. Dadurch steht der campanileartige Turm seither im rechten Schiff. Der helle Innenraum erfuhr 1781 eine Umgestaltung im Rokoko-Stil. Altar, Taufstein und Kanzel kamen neu hinzu. Sie sind alle aus rötlichem Stuckmarmor gearbeitet und goldfarben dekoriert. Die Kirche überstand als einziges Gebäude einen Großbrand, der die übrige Stadt zerstörte.

Stiftskirche

Die katholische Stadtpfarrkirche (ehemals Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, offizieller Name ist Münster Unserer Lieben Frau ) wurde nach dem Stadtbrand von 1728 in den Jahren 1748–1752 durch den Barockbaumeister Johann Caspar Bagnato neu errichtet. Im Inneren finden sich noch barocke Deckenmalereien und eine Rokoko-Innenausstattung. 1987 stürzte die Langhausdecke ein (inzwischen renoviert). Der Turm steht zentral über dem Langschiff an der Westseite, also zum Platz hin. Das Querschiff steht unverputzt aus Sandsteinen. Direkt auf Höhe des Chors ist nach Norden eine Sakristei und nach Süden ein Wohnhaus (Messner ?) angebaut.

Die Südseite Bearbeiten

  • Gaststätte / Hotel zum Stift (ursprünglich 1732 als Wachlokal (Hauptwache, vgl. mit einer Polizeistation) für die Bürgerwehr errichtet)
(mit angebauter kleiner Ladenpassage zum Stiftsplatz hin)

Der Neptun-Brunnen Bearbeiten

Quadratisches Brunnenbecken als Tränke und mit vier Ausläufen zum Wasserholen. Die gußeisernen Beckenwände sind mit gleichförmigen Tritonen verziert. Die Neptun-Figur steht sehr hoch auf einer baumstarken gußeisernen Säule. Als Bekleidung trägt Neptun ein Lendentuch und als sprechendes Symbol ist er auf einen Dreizack gestützt.

Die zuführenden Straßen und Gassen Bearbeiten

Im Uhrzeigersinn von Norden beginnend: Kaffeegässle (westl. neben dem Spital), Schmiedgasse, Bäckergässele, Pfaffengasse, Stiftsplatz, Linggstraße, Cramergasse, In der Grub und Neugasse.

Wichtig sind dabei die von bzw. zum Festland führende Schmiedgasse und die zur heutigen Fußgängerzone führende Cramergasse. Einbahnstraßenregelungen lassen heute für Kfz nur noch einen Verkehrsabfluss nach Osten zu bzw. über die Linggstraße in die Altstadt. Das war in früheren Zeiten natürlich anders. Allerdings ist auch zu bedenken, dass südlich hinter dem Marktplatz der Klosterbezirk begann (also hinter dem heutigen Hotel Stift).

Schmiedgasse Bearbeiten

Das Hospital, jetzt Altenheim, besteht an dieser Front aus drei dreistöckigen Gebäuden mit einer Reihe Gauben im hohen längsständigem Dach. Nach Norden setzt sich das Hospital um einen weiten Innenhof fort. Es folgen an der Straße sechs schmale zweistöckige Gebäude, davon tragen vier Ladegauben im Dachbereich. Zur Heidenmauer hin steigt die Bebauuung der Schmiedgasse wieder auf fünfstöckige Gebäude.

Cramergasse Bearbeiten

Sie ist nach und aus dem Marktplatz heraus die Fortsetzung der Schmiedgasse in Richtung Westen. Als Straße hat sie eine ganz ungewöhnliche Form, denn sie bildet einen Rechten Winkel. In ihrer Mitte biegt sie nach Süden ab und führt zur Maximilianstraße, die dort ebenfalls im Rechten Winkel weiter nach Westen läuft.

Linggstraße Bearbeiten

Die Linggstraße führt vom östlichen Marktplatzrand in den ehemaligen Klosterbezirk hinein. Sie berührt kurz das Gerichtsgebäude, die Rückseite vom Gasthof Stift und diverse Bürgerhäuser. An ihrem Südende trifft sie auf die Fischergasse.

Kirchplatz Bearbeiten

Der Kirchplatz liegt östlich vom Lindauer Marktplatz zwischen den beiden gleich ausgerichteten Kirchen. Nach Westen wird eine Grenze zum Markt von der Passage (Länge 5 Bögen) zur Linggstraße angedeutet, die an das Hotel Stift angebaut ist. in dieser Achse folgt eine Remise, die den Garten des Lokals einfasst.

Auf ihm befinden sich meistens zwei Reihen geparkter Pkw, die dem Platz seine strenge Gestalt durch die beiden hohen Kirchenbauten etwas nehmen. hier zum Teil noch Pflasterung mit Bodenseekieseln. Der Kirchplatz geht an seinem Ostende in das Bäckergässele über, das hinunter zur Fischergasse führt.

Stiftsplatz Bearbeiten

Der Stiftsplatz liegt südlich vom Lindauer Marktplatz hinter der Stiftskirche und hinter dem Hotel Stift. Er ist der Platz vor dem heutigen Gerichtsgebäude, dem früheren Klosterbau, der direkt an die Stiftskirche anschließt. Diese ist seine hauptsächliche nördliche Begrenzung. Nach Westen wird er von der Linggstraße begrenzt, die in einer S-Kurve weiter in die Altstadt führt.

Durch die hohe Umbauung auf drei Seiten wirkt der Platz eher dunkel, obwohl auch auf ihm einige Bäume stehen. Auch zwischen ihnen eine diffuse Blechmasse aus drei Reihen parkender Pkw. Stiftsplatz 4 s.u.

Klostergebiet und Handel Bearbeiten

1466 gefürstete Reichsabtei. Neubau nach Brand 1736 fertiggestellt nach Plan von Christian Wiedemann. Das jetzige Gerichtsgbäude hat einen vierstöckigen Mittelrisalit (3 Fenster). Daran vier Vierspänner-Gebäudeteile in einer Achse. Portal ohne Wappen gegenüber dem Kirchenseitenportal..

Im Stiftsgarten jetzt Anliegerparkplätze bis zur Mauer zur xxStra (siehe Kicksches Egghaus)


Typische Haus- und DachformenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

  • ehemalige Trennung des Inselgebiets in einen Klosterbezirk und ein weltliches Dorf
  • Lindau war bis um 1800 eine Reichsstadt und ein davon getrennter ebenfalls reichsunmittelbarer Klosterbezirk


Vor der Cramer-/Schmiedgasse gibt es auf alten Plänen noch eine deutliche Trennung zwischen Stiftsplatz und einem südl. davor liegenden Baumgarten. Erst jenseits von ihm lief die Landstraße (im doppelten Sinne von Straße zum Land und weltlich) am Spital entlang, das eine Einrichtung des Stiftes war, hin zur Stadt.

Um 1806 wird Lindau Teil Bayerns als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses

Seit 1973 wurde eine Fußgängerzone gebildet, zu der auch der Marktplatz gehört

Literatur Bearbeiten

  • Ludwig Armbruster: Kleinod Lindau. Biene, Lindau, 1949
  • Heinrich Götzger: Das Bürgerhaus der Stadt Lindau im Bodensee. Verlag Wasmuth, Tübingen, 1969. 118 Seiten. ASIN B0000BR92Y. Im Anhang ein Abbildungsteil (Tafel T1-T136) mit 251 s/w-Fotografien.
  • Werner Dobras, Michael Urbanzyk: Die Geschichte der Lindauer Straßennamen. Geßler, Friedrichshafen, 1979
  • Christof Spuler, Werner Dobras: Lindauer Stadt- und Kunstführer. Stadler, Konstanz, 1984, 2. Auflage. 136 Seiten. ISBN 3797700725
  • Karl Wolfart (Hrsg.): Geschichte der Stadt Lindau im Bodensee. 3 Bde., Stettner, Lindau, 1909.

Einzelnachweise Bearbeiten


  • Fresko an Hs 35, Kicksches Egghaus, 600 Jahre (??)

Chirurg und Augenarzt Caspar Stromayr, aus Augsburg Erfinder der gebogenen OP-Nadel gestorb. um 1567 in Lindau

Weblinks Bearbeiten