FANDOM


LoeweSmall

Foto von Osten

Der Lindauer Löwe ist eine monumentale Plastik auf der Hafenmole. Sie repräsentiert die Zugehörigkeit der ehemaligen freien Reichsstadt zum damaligen und aus heutiger Sicht ehemaligen Königreich Bayern (bis 1918).

Aus sechs Steinblöcken zusammengestellt blickt der sitzende Löwe friedlich (satt ? ) nach Österreich. Allein sein Körper misst 6 m Höhe und wiegt ca. 50 t. Dazu kommt ja noch ein beachtlicher Sockel.

Der Löwe ist allgemein ein Wappentier, das für Bayern steht. So eine Art Logo. So einfach der Satz klingt, er ist es gar nicht. Denn üblicherweise handelt er vom pfälzischen Löwen (Kurpfalz).

Dieses Wappentier vieler Städte und Gebiete taucht zwar bereits bei dem ersten wittelsbachischen Pfalzgrafen Otto dem Erlauchten in dessen Reitersiegel von 1229 auf, ist aber wahrscheinlich älter. Woher stammt diese in Europa nördlich der Alpen doch eher ungewohnte Katze?

0E119147-3C7F-4C73-950E-00D63E90240E

Das Wappen am Sockel und die Jahreszahl Bearbeiten

Zwei dräuende und auf den Hinterläufen stehende Löwen mit von einander abgewendeten Köpfen als Schildhalter. Beide sind mit Fürstenhut bekrönt und haben gut pfälzisch einen doppelten Schweif. Das viergeteilte bayerische Wappen ist stark verwittert und kaum noch lesbar. Ein in der Mitte aufsitzendes Herzwappen mit dem bayerischen Rautenmuster (den so genannten Wecken) ist noch gut erkennbar. Auch über dem Wappen schwebt ein großer Fürstenhut für das by. Königtum. Maße des gesamten eingelassenen Schilds: ca xx cm x yy cm. Material:

Auf der Westseite (zum Hafenbecken) stehen am Sockelbau aus Bronze die römischen Zahlzeichen für 1856. (M = 1000. D = 500. 3 x C = 300. LVI = 56)

Zum See hin ein Lorbeerkranz.

Aus der Nähe betrachtet Bearbeiten

Aus der Nähe und von unten nach oben betrachtet … kann man die Fugen zwischen den sechs Steinblöcken erkennen, aus denen der komplette Löwe zusammengestellt ist. Von vorne sieht man sie oberhalb der Ellenbogengelenke an den Vorderläufen der Großkatze verlaufen. An den Seiten geht die Linie waagrecht durch den Körper. Dieser ist allerdings aus vier Teilen zusammengesetzt. Die Rückseite mit Gesäß und Schweifansatz wird aus einem dritten und vierten Block (rechte/linke Seite) geformt.

Darüber sitzt ein fünfter Block für Brustkorb, die rückwärtige Mähnenanteile und die „Oberarme“ der Vorderläufe.


Und darauf sitzt Block 6 mit dem Schädel und der Mähne (sie fällt bis auf die Höhe des mächtigen Unterkiefers). Dort ist an den Seiten auch die nächsthöhere Fuge zu erkennen. Sie läuft ebenfalls waagrecht zum Rücken.

SignHalb5

Vorne fällt sie den Betrachtenden durch die sauber gearbeiteten Strähnen der Mähne fast gar nicht auf. Denn die tiefsten Fransen der Mähne reichen ja fast bis zu den Knien im Block 1 bzw. 2 .

Diese sechs Blöcke stehen auf einer Bodenplatte mit der Signatur Halbigs. An der Ostseite, ausgerichtet am hintern Rand, lautet der Text: Halbig fec 1856. Das „fec“ ist die übliche Abkürzung des lateinischen Wortes fecit ( = gemacht von …), wie es auch bei vielen Gemälden oder Plastiken anderer Künstler bei der Unterschrift verwendet wird.

Erst darunter beginnt der eigentliche Sockelbau mit dem großen Wappen auf der Ostseite und den römischen Zahlzeichen für 1856 . (M = 1000. D = 500. 3 x C = 300. LVI = 56)

Pfälzer Löwe oder woher?Bearbeiten

Von den Welfen? Von den Staufern? Vertritt der pfälzische Löwe im bayerischen Staatswappen die einstmals bayerische Rheinpfalz?

Beschreibung als WappentierBearbeiten

Der Löwe ist eine "gemeine Figur" der Heraldik und gilt dort als das beliebteste Wappentier. Er steht für Mut und Königlichkeit, da er als König der Tiere gilt.


Der im Wappen auf einer Hinterpranke stehende Löwe blickt vom Betrachter des Wappens aus gesehen nach links. Er ist bewehrt, d.h. er hat sichtbare (meist extra rot oder gelb gefärbte) Krallen und Zähne. Beim Pfälzer Löwen sind die entweder rot oder gülden. Sein Schweif ist wie die Figur aufgerichtet und endet in zwei Schweifspitzen. Der Körper ist in der heraldischen Darstellung stark verschlankt. Die typische Mähne wird auf wenige Fransen oder ins Fell eingezeichnete Lockenlinien reduziert oder teilweise auch ganz weggelassen.

Hafenbecken von Süd m Raddampfer


In Wappen sind sitzende oder liegende Löwen selten, als Plastik jedoch recht häufig, weil die Figur dadurch standsicherer ist.

Die Krone auf dem Kopf ist übrigens neueren Datums. Ursprünglich unbekrönt, wurde der Löwe erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts in der Zürcher Wappenrolle mit roter Krone abgebildet. Wikipedia gibt die Vermutung wider, dass sie dort auf die herausragende Stellung, die der Kurfürst von der Pfalz als Reichsvikar seit der Goldenen Bulle von 1356 innehatte, zurückgehen könnte. In München sind die Löwen z.B. an der Theatinerkirche im Unionswappen an der Hauptfassade so dargestellt.


Mitte des 13. Jahrhunderts erbte Herzog Otto II. von Baiern die Vorlage:WL2 und damit deren weiß-blaues Rautenwappen. Jahrhundertelang dienten der goldene Löwe im schwarzen Feld und die weiß-blauen Rauten ab dann viergeteilt als Familienwappen der altbaierischen und pfälzischen Wittelsbacher.

Schildhalter, Begleiter Bearbeiten

Zwei goldene, rotbewehrte Löwen umrahmen das heutige bayer. Staatswappen als Schildhalter.

Oft sitzen sie in der Öffentlichkeit auch neben einer Bavaria-Figur. Auf dem Siegestor in München lässt sich diese Bavaria (nach Friedrich Brugger) auf einem Streitwagen von 4 Löwen ziehen.

An der Fassade der Stadtsparkasse München im Tal "hängt" die älteste bekannte Ansicht eines Löwens in Bayern. Dieser Löwe ist ein ziemlich abgemagertes Exemplar, wie er auch in Afrika in der Natur in Trockenperioden vorkommt. Das Relief mag am Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden sein.

Andere LöwenBearbeiten

  • Oberländerdenkmal in Waakirchen - sitzender Löwe, aufgerichteter Schädel (am 20. August 1905 eingeweihtes Denkmal an die gefallenen Patrioten der so genannten Sendlinger Mordweihnacht im Dezember 1705/Jan. 1706.

LöwensouvenirsBearbeiten

  • Bayerische Löwen der Nymphenburger Porzellanmanufaktur (Bilderserie) Er setzte das bayerische Wappentier 1948 heraldisch in Szene oder auf die Hinterfüße, dabei das Maul zu einem moderaten Brüller geöffnet. Das weiß-blaue Schild hält er elegant unter seiner rechten Pranke. Und die Füße tragen elegante Gucci-Modelle.

Geschichte des Löwen in Lindau Bearbeiten

Im Königreich Bayern:

1812 wird eine steinerne Hafenmole für fast 100 Segelschiffe angelegt.

1848 entsteht östlich davon eine Schiffswerft(bis 1961);

800C541C-D770-434E-9477-49231EBD27A3


1853 findet der Eisenbahnanschluss des Hafens über einen Damm von Aeschach bis zum Standort eines Hauptbahnhof auf der Insel statt. Die jahrhundertealte Insel verliert damit eigentlich ihre Inseleigenschaft.

1856 Ausbau des Hafens mit Löwen-Statue und „Neuem Leuchtturm“ an der Einfahrt.


Erst 1869 folgt die Trajektverbindung nach Romanshorn und Konstanz.


In den 1920er Jahren Umwandlung der Länderbahnen in die Reichsbahn mit einer Direktion München.

In der Nachkriegszeit wird der Hafen

Heimathafen der „bayerischen“ Schiffe der BSB (der neuen Bundesbahn), neben den BSB-Standorten Konstanz und Meersburg.

WeblinksBearbeiten

Vorlage:Wikipedia-Artikel Vorlage:Wikipedia-Artikel