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Der Inselbahnhof, der übliche Name für den Lindauer Hauptbahnhof, ist nicht nur ein Bahnhof sondern auch ein stadtbildprägendes Baudenkmal. Der Lindauer Hauptbahnhof ist betriebstechnisch ein Kopfbahnhof noch aus der Zeit des Dampfbetriebs der Lokomotiven. Züge der baierischen Ludwig-Süd-Nord-Bahn mußten hier "Kopf machen", d. h. die Lok umspannen, so dass in die Gegenrichtung weitergefahren werden konnte (z. B. nach Bregenz, ins Württembergische, die Schweiz). Der "Inselbahnhof" hat seinen Namen von der Insel Lindau, wo er sich in unmittelbarer Nachbarschaft vom Hafen befindet. Zwischen München, Stuttgart und Zürich bzw. Italien war er für die Fernzüge der letzte/erste deutsche Bahnhof.


Der Hauptbahnhof ist über einen circa 500 Meter langen und viergleisig ausgeführten Damm mit dem Festland verbunden. Der Damm trägt noch einen von Fußgängern und Radfahrern viel benutzten Weg. Der Damm trennt den Bodensee vom sogenannten Kleinen See ab, der zwischen dem Stadtteil Aeschach und der Insel liegt.

Westlich neben dem Bahnhof liegt ein kleiner Rangierbahnhof sowie das ehemalige Bahnbetriebswerk. Die Bahnanlagen trennen die Hauptinsel von der später mehrfach erweiterten Hinteren Insel, auf der sich große Parkplätze für Touristen befinden. Dorthin führt auch ein gußeiserner Eisenbahnsteg.

Durch die Grenzlage zu Österreich und der Schweiz (via historischer Bahn-Fähren) handelt es sich dabei auch um einen Grenzbahnhof mit Zollabfertigung.



Die neuen Haltepunkte/Bahnhöfe in Lindau (??) haben mit der Funktion und Größe der bisherigen Bahnhöfe nur noch den ungefähren Standort gemeinsam. Deshalb werden sie zur Unterscheidung vom Ist-Zustand hier "Neuer Inselbahnhof" und "Neuer Bahnhof Reutin" genannt.

Neuer Inselbahnhof (Planung)Bearbeiten

geplante Veränderungen:

  • 8 Gleise (1 x 100 m, 7 x 210 m, d. h. die erforderlichen Weichen liegen südl. der heutigen Thierschbrücke)
  • 6 Bahnsteigkanten (= 3 Bahnsteige )
  • davon Gleis 1 gekürzt
  • keine Mauer mehr bei Gleis 1 (offene Platzsituation)
  • Wegfall des Bahnstegs hinter dem Postgebäude (siehe Fußweg)
  • Erhalt von 4 Postgleisen (Weiche nordwestl. der Thierschbrücke)
  • Plaza vor EG (EG = Empfangsgebäude, der bisherige Bahnhof; d. h. der Abfertigungsbetrieb findet nicht mehr zwangsläufig im Bhf. statt sondern könnte auch mit Automaten auf den Bahnsteigen erfolgen)
  • EG frei für neuen Nutzungskonzepte (inkl. einer mögl. Anmietung von Räumen durch die Bahn; d. h. hier wird eine Immobilie zum Verkauf frei)
  • Fußweg mit Notüberfahrt (etwa am östl. Ende des Omnibusplatz beim Bhf. Das heißt, hier könnte eine zunächst nicht ständige Straße/Zufahrt für die neuen Gebäude entstehen, die die Bahnsteigen noch stärker vom Empfangsgebäude trennt. Jetzt heißt es noch Notüberfahrt)
  • Verlagerung der Zug-Abstellung und Zug-Tankstelle nach Reutin
  • "Freimachung der Grundstücke direkt am See" ( = Verkauf der bisherigen Betriebsflächen Wartepoitionen, Tankstelle, Reinigung, Werkstatt)


Betroffen sind neben dem Bhf.gebäude auch die ehemaligen Werkstattgebäude am Südwesteck der Fläche.

Nicht betroffen: die so genannte Eilguthalle, da sie zum Hafenbetrieb gehört. Der "Uferweg" zur Hinteren Insel, ein beliebter Spazierweg am Ufer der Hinteren Insel entlang Richtung Bahndamm (im Eigentum von Stadt ??).

BestandBearbeiten

Das Empfangsgebäude mit der weiten tonnenförmigen Schalterhalle steht unter Denkmalschutz und wurde zwischen 1913 bis 1921 in einem relativ späten Jugendstil als Ersatz für einen Vorgängerbau errichtet. Gedeckt von Satteldächern und ausgestattet mit Quergiebeln.

An der Front zur Altstadt Terrassenvorbauten und ein übergiebelter Eingangsrisalit im barockisierenden Heimatstil (Stufengiebel) von E. Henke entworfen.

Es gibt diverse Läden und Gaststätten. Eine davon mit großem Balkon über der Hafenanlage.

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Das Bahnhofs-Gebäude ist ein vierflügeliges Bauwerk um einen großen Innenhof, das am Ostflügel entlang der Gleisrichtung eine Verlängerung (einen weiteren Flügelbau) nach Norden aufweist. Dort war früher der Zollbereich.

Der ganze Gebäudekomplex sieht aus der Luft wie ein großes P aus, das auf den Karten von Süden betrachtet auf dem Kopf steht. Der Südflügel (der obere Balken des P) liegt an der Hafenfront, die Längsachse hin zum Bahnhofsvorplatz.

Die Schalterhalle mit dem Haupteingang ist die Verknüpfung dieser beiden Ostflügel. Hinter der Schalterhalle befindet sich ein überdachter Bereich, der zu den Bahnsteigen des Kopfbahnhofs führt. Dieser Bereich ist nach Westen und zu den Bahngleisen hin offen.

Nördlicher Ostflügel und Haupteingang Bearbeiten

Zentral die Schalterhalle:

Der Haupteingang besteht aus zwei Schwingtüren über drei Stufen oberhalb vom Bahnhofsplatz.

Rechts und links davon befinden sich jeweils ein Kiosk.

Darüber ein bleiverglastes Oberlicht aus 21 Scheiben. Im Stufengiebel sitzen dann vier große, ebenfalls bleiverglaste rechteckige Fenster. Rechts und links davon sitzen zwei steinerne Figuren, ein Paar in jungem Erwachsenenalter, mit einer Weltkugel, die die schier unbegrenzten Reisemöglichkeiten mit der Bahn symbolisieren sollen. In der nächsten Etage befinden sich fünf Fenster, davor ein Fahnenstock und darüber war die ehemalige Uhr angebracht.

Südlicher Ostflügel Bearbeiten

  • Kneipen
  • Schiffskartenschalter

SüdflügelBearbeiten

  • Gaststätten
  • Marmorsaal
  • Bahnbüros


Westflügel Bearbeiten

(Der Westflügel liegt an der Schienenseite an)

Bahnsteighalle und Bahnsteige Bearbeiten

Nebengebäude Bearbeiten

(( Das 19. Jh. brachte eine einschneidende Umgestaltung durch die Zuschüttung des trennenden Grabens zwischen Altstadt und "Insel", die Abtrennung wurde aber durch die Nordsüdanlage der Gleis- und Bahnhofskörper erneut manifestiert, wobei Linden- und Sternschanze durch die spezielle Führung von Thierschbrücke und Thierschstraße erhalten werden konnten.

Mit Errichtung von Eisenbahndamm und Bahnhof 1851-53 und Vergrößerung und Modernisierung des Hafens 1811 und 1856 erfolgte in Lindau ein neuer starker Aufschwung des Getreideumschlages, der von 1884 an durch Erbauung des Arlberg-Tunnels wieder an Bedeutung verlor. ))

Von hier aus bediente StreckenBearbeiten

  • Bodensee-Gürtelbahn nach Friedrichshafen (weiter nach Westen oder nach Ulm)
  • Allgäubahn nach München
  • Die Vorarlbergbahn über Bregenz, Dornbirn und Feldkirch nach Bludenz wird von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betrieben. Früher unterhielten die ÖBB im Lindauer Hauptbahnhof einen eigenen Fahrkartenschalter, dieser wurde durch den bis heute vorhandenen Fahrkartenautomaten ersetzt.
  • Strecke in die Schweiz (zunächst über Bregenz)

Plätze Bearbeiten

  • Bahnhofsplatz mit dem Wendehammer für Kfz und der Vorfahrt des Hotels Bayrischer Hof und dem Übergang zur Hafenpromenade
  • Auf dem Bahnhofsvorplatz (hin zur Post, Busbahnhof) verkehren die Linien 1 und 2 des Stadtbusses; durch diese ist der Hauptbahnhof über den ZUP mit allen Lindauer Stadtteilen im Halbstundentakt verbunden.

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte des Inselbahnhofs ist Teil der Bahn- und Technikgeschichte in Süddeutschland, insbesondere der bay. Staatsbahnen. Der jetzige Bahnhof ist das zweite Bahngebäude an dieser Stelle.


Die Ludwig-Süd-Nord-Bahn wurde zwischen 1843 und 1854 von den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen als erste Staatsbahnstrecke (nach den bis dahin privaten Bahnstrecken) gebaut und abschnittweise in Betrieb genommen. Die München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft und ihre Strecke war seinerzeit die zweite private Eisenbahngesellschaft in Bayern, gebaut von 1838 bis 1840. Der Streckenname der Süd-Nord-Bahn wurde nach König Ludwig I. gewählt.

Die Strecke führt von Lindau aus gesehen über Kempten, Augsburg, Nördlingen, Nürnberg, Bamberg bis nach Hof. Dort schliesst sich die Strecke der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn Gesellschaft nach Norden an. Kurz vor Lindau gab es später auch eine Verbindung zur Württembergischen Staatsbahn (Bodenseegürtelbahn).


1843: der bayerische Landtag stimmte dem Entschluss des Königs zum Streckenbau nach Lindau zu. 1848 gab es noch einen Rückschlag, als der Abschnitt Oberstaufen - Lindau wegen zu großer Geländeschwierigkeiten wieder aufgegeben wurde. Erst 1851 beschloss die bayerische Regierung den Bahnbau nach Lindau. In diesem Jahr fiel auch die Entscheidung, den Bahnhof auf der Insel und nicht auf dem Festland zu errichten.

  • 7. Juli 1850 - Eröffnung der durchgehenden Eisenbahnverbindung von Friedrichshafen nach Heilbronn.
  • Lindau: Der erste Bahnhof wurde aus Geldmangel aus Backstein errichtet. Unmittelbar vor dem Damm zum Festland wurde zum Schutz vor feindlichen Truppen noch ein Dammtor errichtet. Es wurde 1872 wieder abgetragen.

Lindau: Am 12. Oktober 1853 wurde zwar die neue Strecke eröffnet. Da es beim Bau des Dammes zum Festland Probleme gegeben hatte, konnte der Eröffnungszug aber nur bis Lindau-Aeschach fahren. Die Eröffnung des Bodenseedammes sowie der gesamten Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Hof nach Lindau erfolgte 1854.

1869 wurde der Trajektverkehr zwischen Lindau und der Schweiz aufgenommen (Schiffstransport beladener Eisenbahnwagen).


05. Juni 1875 - Staatsvertrag zum Bau der Bodenseegürtelbahn von Markdorf nach Friedrichshafen.


1884 nahm die Arlbergbahn ihren Betrieb auf, 1892 war auch die Bodensee-Gürtelbahn nach Friedrichshafen fertiggestellt. In deren Folge erhielt der Damm in Lindau zwischen Bodensee und kleinen See ein zweites Gleis.

1899 - Eröffnung der Bodenseegürtelbahn bis zur bayerisch-württembergischen Landesgrenze gegen Lindau.

1901 - Erweiterung des Friedrichshafener Bahnhofgebäude durch zwei Seitenflügel.

Lindau: Die Zeit um die Jahrhundertwende brachte den aufblühenden Fremdenverkehr. Der alte Bahnhof genügte den Anforderungen bald nicht mehr.


1907 wurde mit dem Bau eines neuen, nun 30 ha großen und rund 3 Millionen Reichsmark teuren Güterbahnhofes in Reutin begonnen. Arbeiter der Baufirma Wayß & Freitag baggerten aus dem See rund 170.000 Kubikmeter Geröll, um die Fläche auffüllen und planieren zu können. Das neue Güterabfertigungsgebäude an der heutigen bahneigenen „Ladestraße“ mit seinen 312 Metern Länge ruht auf einer pfahlfundierten Betonplatte.


Lindau, 18. Nov. 1911: Da inzwischen auch der Güterverkehr wieder stark gestiegen war, wurde 1911 in Lindau-Reutin ein bayerisch-österreichischer Gemeinschaftsbahnhof fertiggestellt. „Das neue Betriebs-Hauptgebäude in Lindau-Reutin wird ab Samstag, den 18. dieses Monats vormittags 9.15 in Betrieb genommen. Als erster Zug für die Abfertigung im neuen Gebäude kommt Personenzug 35 (Lindau-Reutin an 11.05, ab 11.07) in Betracht.“


1913 erreichten die Reutiner die Eröffnung eines Güter-Anschlussgleises bis nach Rickenbach.


Lindau: 1913 wurde mit dem Bau des neuen Inselbahnhofs begonnen. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Bau verzögert, so dass die alte hölzerne Bahnhofshalle erst 1922 abgerissen wurde. (Im damals errichteten Zustand präsentiert sich das einst prunkvolle neue Bahnhofsgebäude auch heute noch nahezu unverändert.)


07. März 1933, Friedrichshafen: Eröffnung des neuen, dritten Hafenbahnhofes und Umgestaltung des Trajektanlegers für die mit Dieselmotoren betriebenen Trajektfähren.


1938 wurde der Trajektverkehr von Lindau aus eingestellt, da sich nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich der Transport per Bahn über Bregenz und St. Margrethen als günstiger erwies.


1945: Den Zweiten Weltkrieg überstanden die Bahnanlagen auf der Insel unbeschadet, während der Bahnhof Lindau-Reutin schwer beschädigt wurde.

  • 1945 marschierten französische Truppen in Lindau ein und übernahmen die Bahnverwaltung von Offenburg und Karlsruhe aus, die zunächst ausschließlich für Leistungen der Besatzungsmacht reserviert war. Das angrenzende Allgäu wurde von amerikanischen Truppen besetzt, so dass unweit der Stadt eine Zonengrenze entstand. Zu dieser Zeit verkehrten die Züge hauptsächlich innerhalb der französischen Zone auf der Bodensee-Gürtelbahn in den ebenfalls französisch besetzten Westen Österreichs.


Siehe auch:

Bahnübergänge Bearbeiten

Eisenbahndamm Bearbeiten

- Lücke

Sonstige Bahnbauwerke Bearbeiten

- Lücke

Links dazu:

Planungen künftiger Lindauer Bahnhöfe Bearbeiten

Die Lindauer diskutieren seit Monaten über Pläne für die Bahnanbindung der Stadt. Die Bahn will jetzt (Sommer 2012) doch zwei Bahnhöfe in Lindau errichten. Jedenfalls zeigt sie für beides Pläne. Vielleicht ist das ja auch nur ein Verhandlungsangebot.

Dabei sollen sowohl auf der Insel als auch in Reutin Flächen freiwerden, auf denen Wohnhäuser, Bürogebäude oder anderes Gewerbe und Grünflächen entstehen können. Auf der Insel also neue hafennahe Wohnparks und in Reutin etwas Manhattan-haftes vielleicht?

Bisher konnten sich viele Lindauer nicht vorstellen, was die Bahn-Manager wollen/meinen. Nun wird es um Einiges deutlicher. Sie schreiben "Flächenfreimachung" und meinen damit die möglichen Gewinne der Bahn durch Immobiliengeschäfte. Die Bahn ist dann in Li nicht mehr nur ein Verkehrsunternehmen sondern auch Besitzer großer, günstig liegender Bauflächen.

MedienBearbeiten

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

Siehe auchBearbeiten